Refraktive Chirurgie - Weitere Verfahren
Die LASIK ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren, um Fehlsichtigkeiten operativ zu korrigieren. Doch nicht für alle Patienten kommt diese Methode in Frage. Wenn beispielsweise Ihre Hornhaut besonders dünn ist oder wenn Ihre Fehlsichtigkeit bestimmte Grenzwerte überschreitet, dann kann Ihnen Ihr Augenarzt mit anderen Methoden ein Leben ohne Brille ermöglichen.
Neben der LASIK zählen die folgenden Operationen zu den ebenfalls routinemäßig eingesetzten Verfahren der refraktiven Chirurgie. Man unterteilt sie - je nachdem ob die Korrektur des Brechungsfehlers an der Hornhaut oder an der Linse erfolgt - nach refraktiven Hornhautverfahren und refraktiven Linsenverfahren.
übersicht refraktiv-chirurgischer Operationen
Zu den hornhautchirurgischen Verfahren zählen:
die Photorefraktive Keratektomie (PRK), Laser epitheliale Keratomileusis (LASEK) / Excimer Laser Subepitheliale Ablation (ELSA) und Epi-LASIK als Laserverfahren,
die Intrastromale Corneale Ring-Segmente (ICRS) als Hornhautimplante und
die Astigmatische Keratotomie (AK) als Schnitttechnik.
Bei den linsenchirurgischen Verfahren unterscheidet man:
die Linsenimplantate, das Einpflanzen einer zusätzlichen Linse in die Augenvorder- oder -hinterkammer) und
den Linsenaustausch oder Clear Lens Exchange, bei dem die körpereigene Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird.
Hornhautchirurgische Verfahren
Photorefraktive Keratektomie (PRK)
Bei diesem Verfahren trägt der Operateur mit dem Excimerlaser das oberflächliche Gewebe der Hornhaut ab. Es kommt in Frage, wenn die Hornhautstärke für eine LASIK nicht ausreicht.
Behandelt werden folgende Fehlsichtigkeiten:
- Kurzsichtigkeit bis ca. -6 dpt
- Weitsichtigkeit bis ca. +3 dpt
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis 3 dpt
Nachteile für den Patienten sind allerdings die langsame Heilung und deutliche Schmerzen nach der Operation. Es besteht auch die Möglichkeit, dass nach der Operation Hornhauttrübungen auftreten, die langwierig behandelt werden müssen.
Laser epitheliale Keratomileusis (LASEK) oder
Excimer Laser Subepitheliale Ablation (ELSA)
Die LASEK, vielfach auch als ELSA bezeichnet, stellt eine Weiterentwicklung der PRK dar: Der Augenchirurg schabt das Hornhautepithel nicht mit einem stumpfen Messer ab, sondern löst es mit Alkohol ab und rollt die dünne Zellschicht anschließend zur Seite. Anschließend behandelt er die darunter liegenden Hornhautschichten mit dem Excimerlaser genau wie bei der LASIK. Schließlich wird das Epithel wieder über die Wunde zurückgerollt. Aufgrund der epitheltoxischen Wirkund des Alkohols muß das Epithel neu gebildet werden. Daher dauert auch bei diesem Verfahren die Heilung länger und kann mit gerinfügig stärkeren Beschwerden einhergehen.
Sowohl die PRK und ELSA (bzw. LASEK) kommen bei Patienten mit dünnen Hornhäuten in Frage, die für eine LASIK nicht geeignet sind.
Epi-LASIK
Einen Kompromiss zwischen LASIK und PRK stellt die Epi-LASIK dar: Der Augenchirurg schneidet keine Hornhautlamelle, sondern er präpariert mit einem speziellen Instrument die obere Deckschicht der Hornhaut (das Epithel) und hebt sie ab. Anschließend behandelt er die darunter liegenden Hornhautschichten mit dem Excimerlaser genau wie bei der LASIK. Schließlich wird die Deckschicht wieder zurückgeschoben.
Intrastromale Corneale Ring-Segmente (ICRS)
Diese bogenförmigen Kunststoffsegmente werden in (intra) die mittleren (Stroma) der Hornhaut (Cornea) implantiert.
Die Hornhautimplantate haben sich zur routinemäßigen Korrektur einer geringen Kurzsichtigkeit bis -3 dpt jedoch nicht durchgesetzt. Das Verfahren bieten im Gegensatz zu Lasermethoden den Vorteil, dass die Kunststoffsegmente gegebenenfalls ausgetauscht oder auch wieder entfernt werden können, es ist also reversibel.
Dafür finden die intrastromalen cornealen Ring-Segmente jedoch bei einer schwerwiegenden Hornhauterkrankung, dem Keratokonus, Anwendung. Hier implantiert der Augenchirurg zwei hauchdünne bogenförmige Kunststoffsegmente am Rand der Hornhaut um diese zu stabilisieren und die Hornhautverkrümmung zu verringern. Im Anschluß daran können meist Sehhilfen wie Kontaktlinsen angepaßt werden, um das Sehen zu verbessern.
Astigmatische Keratotomie (AK)
Extreme Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) kann der Operateur mit Hilfe der Astigmatischen Keratotomie korrigieren. Mit kleinen, bogenförmigen Entlastungsschnitten verringert er den Astigmatismus. Dieses Verfahren lässt sich auch mit der LASIK oder LASEK kombinieren. Allerdings sind dann mehrere Sitzungen zur Behandlung notwendig.
Linsenchirurgische Verfahren
Hohe Kurzsichtigkeiten und Weitsichtigkeiten können mit Methoden der Linsenchirurgie behandelt werden. Dazu implantiert der Augenchirurg entweder eine zusätzliche Linse bei Erhalt der natürlichen Linse im Auge, oder er tauscht die klare, natürliche Augenlinse gegen eine Kunstlinse aus. Diese Verfahren kommen in Frage
- bei Kurzsichtigkeit zwischen -8 und -20 dpt
- bei Weitsichtigkeit bis +8 dpt.
Linsenimplantate
Mehrere Implantate stehen zur Verfügung, die der Operateur zusätzlich zur natürlichen Linse einsetzen kann, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren.
Die Implanted Contact Lens (ICL) wird zwischen Iris und körpereigener Linse in die so genannte Hinterkammer eingepflanzt. Es gibt daneben Vorderkammerlinsen, die zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut eingesetzt werden. Diese Art der Linsenimplantation hat sich besonders bei jüngeren Patienten bewährt, deren Augen sich noch leicht auf verschiedene Entfernungen einstellen können und die deshalb noch keine Lesebrille benötigen.
Austausch der klaren Linse (Clear Lens Exchange, CLE)
Wenn Patienten, die älter als 40 Jahre sind und die bereits eine Lesebrille benötigen, ihre hohe Fehlsichtigkeit korrigieren lassen möchten, kommt der Austausch der klaren, natürlichen Augenlinse gegen eine Kunstlinse in Frage. Mit dieser Operation geht die Akkommodationsfähigkeit verloren – das Auge kann sich nicht mehr auf verschiedene Entfernungen einstellen und wird unmittelbar alterssichtig. Deshalb wird der Operateur jüngeren Patienten dieses Verfahren nicht vorschlagen.
Spezielle Kunstlinsen, so genannte multifokale Kunstlinsen, eröffnen die Möglichkeit einer guten Fern- und Nahsicht, so dass ein Leben ohne Brille auch im fortgeschrittenen Alter möglich ist. Die Oberfläche dieser Multifokallinsen zeichnet sich durch konzentrische Ringe aus, jeweils abwechselnd für die Fern- und Nahkorrektur. Diese Linsen erlauben damit eine gute Fernsicht und meistens auch ein gutes Sehen im Nahbereich. Lediglich für sehr kleine Schriften kann zusätzlich noch eine Lesebrille notwendig sein.
Das Kontrastsehen bei Nacht ist mit Multifokallinsen etwas reduziert. Deshalb werden sie Menschen, die beruflich viel Auto fahren, nicht empfohlen.




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